Willkommen!

Das Biberacher Friedensbündnis ist ein Zusammenschluss aus Parteien, Gewerkschaften, Kirchengemeinden, Vereinen und Einzelpersonen im Kreis Biberach.
Wir verstehen uns als Teil der Friedensbewegung, die sich für eine friedliche und gerechte Welt engagiert.
Unsere Arbeitsgrundlage ist unser Statut und unsere gemeinsame Überzeugung, dass wir gemeinsam etwas bewegen können.
Wir freuen uns über Menschen und organisierte Gruppen, die sich uns anschließen und uns unterstützen.
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Presseerklärung: „Wir lassen uns nicht trennen“

Dauerhafter Frieden für Palästina/Israel

Die im Mai erneut aufgeflammten Gewaltausbrüche im Israel-Palästina Konflikt waren Thema in einer Online-Mitgliederversammlung des Biberacher Friedensbündnisses. Die anwesenden Mitglieder waren sich darin einig, dass alle Versuche militärischer Lösungen in diesem seit Jahrzehnten anhaltenden Konflikt, bislang gescheitert sind.

Die Friedensfreund*innen fordern dringend, dass sich die internationale Gemeinschaft für einen gerechten und dauerhaften Frieden in Israel/Palästina einsetzt. Hierbei solle auch UNO-Generalsekretär António Guterres federführend eine größere Rolle einnehmen. Auch die Bundesregierung habe die dringende Aufgabe, ihren direkten Einfluss auf die Konfliktparteien dazu zu nutzen, dass alle beteiligten Akteure Provokationen und Gewalt einstellen und die Zivilbevölkerung geschützt bleibt. Schuldzuweisungen seien wenig zielführend.

Auch die deutsche Sektion der internationalen katholischen Friedensbewegung Pax Christi verurteilt die neu aufgeflammte Gewaltspirale in Israel und Palästina scharf. Sie rief die Hamas dazu auf, den Raketenbeschuss auf die israelische Zivilbevölkerung sofort zu stoppen, und auf der anderen Seite die israelische Regierung, die Bombardierung des dichtbesiedelten Gazastreifens sofort zu beenden.
Das Biberacher Friedensbündnis und auch Pax Christi trauern mit den Familien beider Seiten um den Verlust geliebter Menschen. Kinder sollten nicht Zeugen von Zerstörung, Tod und erniedrigenden Demütigungen werden.

Gleichzeitig zeigen positive Beispiele, dass der Wunsch nach dauerhaftem Frieden auf beiden Seiten besteht und auch eine Völkerverständigung möglich ist:

„Wir lassen uns nicht trennen“: Das schreiben jüdische und muslimische Organisationen und Initiativen in einem gemeinsamen offenen Brief. Als Minderheiten hätten sie das Gefühl, gegeneinander ausgespielt zu werden, sagt Mitinitiatorin Nabila Abdel Aziz.
Zwei Feststellungen treffen sie dabei: Sie verurteilen Antisemitismus und anti-muslimischen Rassismus und fordern Raum für unterschiedliche Haltungen zum Nahost-Konflikt.

Eine weitere friedensfördernde Organisation ist „Tent of Nations“, deren Mission darin besteht, Brücken zwischen den Menschen und zwischen den Menschen und dem Land zu bauen. Sie bringt verschiedene Kulturen zusammen, um Verständnis und Respekt füreinander und eine gemeinsame Umwelt zu entwickeln.
Sie betreibt Bildungsprojekte zu ökologischem Landbau südwestlich von Bethlehem in Palästina. Der dortige Bauernhof ist ein Zentrum, in dem Menschen aus vielen verschiedenen Ländern zusammenkommen, um zu lernen, zu teilen und Brücken des Verständnisses und der Hoffnung zu bauen. Hier wird den Besuchern des Westjordanlandes ein Raum geboten, mehr über die Situation und die Geschichte Palästinas zu erfahren und einen aktiven und friedlichen Widerstand vor Ort zu erleben.
Ziel dieser Organisation ist es, einen positiven Ansatz in Bezug auf Konflikt und Besetzung zu verkörpern. Zitat: „Angesichts großer Ungerechtigkeit wissen wir, dass wir nicht hassen, verzweifeln oder fliehen sollten. Wir können uns weigern, Feinde zu sein, und unseren Schmerz und unsere Frustration in positive Aktionen kanalisieren, die eine bessere Zukunft aufbauen werden.“

Schalom Achschaw
– Peace now –

Auch die Organisation „Peace Now“ als größte und älteste israelische Bewegung setzt sich durch öffentlichen Druck für Frieden ein. Im Rahmen der Mission, Friedensabkommen zwischen Israel und dessen Nachbarn zu schließen, arbeitet „Peace Now“ daran, zu gewährleisten, dass die Israelis die einzig gangbare Lösung für den israelisch-palästinensischen Konflikt finden: zwei Staaten, was die Schaffung eines palästinensischen Staates neben Israel bedeutet. Zu den Aktivitäten von „Peace Now“ zählen Demonstrationen, Aktionsaufrufe, Vorträge, Debatten, Touren, öffentliche Kampagnen und vieles mehr. Die Aktivitäten von „Peace Now“ sollen sicherstellen, dass Fragen im Zusammenhang mit dem israelisch-palästinensischen Frieden weiterhin ganz oben auf der politischen Agenda und im öffentlichen Diskurs stehen.
„Peace Now“ wurde bereits 1978 in einem Akt gegründet, der der israelischen Öffentlichkeit als „Brief des Offiziers“ bekannt ist. Nach dem damaligen Besuch des ägyptischen Präsidenten Anwar El Sadat in Israel veröffentlichte eine Gruppe von 348 Reserveoffizieren und Soldaten aus israelischen Kampfeinheiten einen offenen Brief an den israelischen Ministerpräsidenten Menachem Begin, in dem sie die Regierung aufforderte, dafür zu sorgen, dass diese Chance auf Frieden nicht verloren geht. Zehntausende Israelis unterstützten den Brief und die Bewegung wurde geboren. Als Ägypten und Israel 1979 ihren historischen Friedensvertrag unterzeichneten, erkannten die Mitglieder von „Peace Now“ und die allgemeine israelische Öffentlichkeit, dass öffentlicher Druck und Maßnahmen zur Unterstützung des Friedensprozesses den Lauf der Geschichte bestimmen können.

Diese Friedensinitiativen suchen friedliche Lösungen zwischen Palästinensern und Israelis. Militärische Lösungen sind in der Region des Nahen Ostens seit über 40 Jahren erfolglos. Martin Hofbauer vom Friedensbündnis Biberach fordert deshalb: „Keine weiteren Waffenlieferungen an Israel und an die Palästinenser!“
Die Mitglieder des Friedensbündnisses unterstützen die israelischen Friedensinitiativen und fordern die internationale Gemeinschaft auf, Schuldzuweisungen einzustellen und konstruktiv auf ein nachhaltiges Ende der Gewalt hinzuwirken. Auch Pax Christi tritt dafür ein, dass eine Verhandlungslösung zwischen Israelis und Palästinenser*innen auf der Grundlage der bestehenden UNO-Resolutionen erzielt wird, die zu einem gerechten Frieden und in eine friedliche Zukunft für beide Seiten führt.

Zitat eines geflüchteten Palästinensers, der im Kreis Biberach lebt:
„Frieden ist nur möglich, wenn man sich die Hand reicht.“

Christine Frey
Mitglied der Friedensbündnis Biberach

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Mahnwache abgesagt – Friedensarbeit bleibt

Folgender Artikel wurde an die Schwäbische Zeitung geschickt:

Das Biberacher Friedensbündnis traf sich im Rahmen einer Videokonferenz, um die
geplante Karfreitagsmahnwache vorzubereiten. „Wodurch wird aktuell Unfrieden
verbreitet, wie können wir jetzt Frieden fördern?“ war die Ausgangsfrage. „Die
Schwäbische Zeitung berichtet, dass die Rüstungsexporte der Bundesrepublik erneut
gestiegen sind, insbesondere auch in kriegführende Staaten wie Saudi Arabien“
eröffnete Martin Hofbauer das Treffen. „Es gibt aber auch positive Entwicklungen: das
Atomwaffenverbot der Vereinten Nationen ist in Kraft getreten. Damit sind Atomwaffen
völkerrechtlich verboten“ ergänzte Roland Groner.
In der anschließenden Diskussion über die gegenwärtige Pandemie-Lage entschloss
sich das Bündnis schweren Herzens, dieses Jahr auf die Mahnwache zu verzichten.
Angesichts der steigenden Inzidenz und der Ausbreitung neuer Mutationen wollte man
damit ein Zeichen der Verantwortung setzen.
„Unsere Friedensarbeit geht trotzdem weiter!“ stellte Daniel Maier fest, der aus
Greifswald zugeschaltet war. „Sobald Corona es wieder zulässt, werden wir uns aktiv
für den Beitritt Deutschlands zum Atomwaffenverbotsvertrag einsetzen.“ Gudrun Zink
beschloss das Treffen mit folgenden Worten: „Eine Steigerung der Rüstungsausgaben
bringt keinen Frieden. Stattdessen ist mehr Geld für die Entwicklung langfristiger
Perspektiven für die Menschen in Krisengebieten, insbesondere für die Kinder
notwendig.“

(tatsächlich erschien dieser Artikel nur stark gekürzt in der Schwäbischen Zeitung. MH.)

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Geld für Gesundheit statt für Rüstung

Biberacher Friedensbündnis beteiligt sich an der Kampagne
„Gesundheit statt Rüstung“

Die Erhöhung des Verteidigungshaushaltes wird in der kommenden Woche (7.-12. Dezember2020) ein wichtiger Beratungsschwerpunkt im Bundestag sein.
Die Mitglieder des Biberacher Friedensbündnisses, die sich Coronabedingt im Oktober und November zweimal in Video-Konferenzen verständigten, sind in großer Sorge. Es könnten riesige Mehrausgaben für den kommenden Rüstungshaushalt beschlossen werden!
Am Samstag, den 5.12. war zu diesem Thema ein Info-Stand der aktiven Mitglieder auf dem Biberacher Markt geplant, mit der Forderung „Gesundheit statt Rüstung“. Leider wurde diese Aktion auf Grund der Corona-Beschränkungen von der Biberacher Stadtverwaltung abgelehnt. Die Mitglieder zeigen Verständnis für diese Maßnahme und wollen deshalb alternativ über die Presse und Sozialen Medien für die Kampagne „Gesundheit statt Rüstung“ werben. Zu der Kampagne ruft bundesweit das Netzwerk Friedenskooperative mit Sitz in Bonn auf.
Das Sprecherteam des Friedensbündnisses H. Reichenzer, M. Hofbauer und G. Zink sind sich einig: „Statt Geld für Panzer oder Kampfflugzeuge auszugeben, brauchen wir in Zeiten der Corona-Pandemie mehr Gelder für den Ausbau des Gesundheitswesens, sowie für gut ausgebildetes und gut bezahltes Personal im Krankenhaus- und Pflegebereich. Sparen wir an der Rüstung und investieren wir in das Leben!“
Geplant ist bei den Haushaltsberatungen im Bundestag eine Erhöhung des Verteidigungshaushaltes von derzeit 45 Mrd. Euro im Jahr 2020 auf zukünfige 70 Mrd. Euro. Dies würde der irrwitzigen NATO-Vorgabe entsprechen, 2% des Bruttoinlandproduktes für die Verteidigung auszugeben. Der Bundeshaushalt 2020 verdeutlicht das jetzt schon herrschende Missverhältnis der Ausgaben für den Gesundheitsbereich im Vergleich zum Verteidigungsbereich. Im Jahr 2020 wurden bereits rund 12% des Bundeshaushaltes  (45 Mrd. Euro) für Verteidigung ausgegeben, für den Gesundheitsbereich aber lediglich 4 % (15 Mrd.Euro).
Das Geld, das für die Erhöhung des Verteidigungshaushaltes vorgesehen ist, würde in den kommenden Jahren aber auch in anderen Bereichen fehlen. Als Beispiele seien genannt: Gelder für Corona-Hilfsmaßnahmen im Bereich der Wirtschaft und Gastronomie oder Hilfefonds für Soloselbständige und Künstler.  Dringend benötigtes Geld könnte aber auch für Maßnahmen im Bereich des Umwelt- und Klimaschutzes fehlen.

Wollen Sie die Kampagne „Gesundheit statt Rüstung“ unterstützen?
Sie finden weitere Infos und eine Unterschriftenliste unter

https://www.friedenskooperative.de/forward/emailref?path=node/21357

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Infostand auf dem Biberacher Marktplatz: Für eine atomwaffenfreie Welt

Vor 75 Jahren, am 6. und 9. August 1945, wurden die Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki abgeworfen. 65.000 Menschen verdampften und verbrannten auf der Stelle, bis zum Ende des Jahres starben mehr als 200.000. Diese Opfer mahnen uns, die katastrophalen humanitären Folgen von Atomwaffen zu erkennen und für eine Welt ohne Atomwaffen einzustehen.

Mit einem Infostand am Samstag, 8. August auf dem Biberacher Wochenmarkt möchte das Biberacher Friedensbündnis an dieses Ereignis erinnern und Informationen auslegen, die folgende Forderungen untermauern: Auf dem Weg zu einer atomwaffenfreien Welt muss Deutschland vorangehen und erste Schritte unternehmen. Der Abzug der amerikanischen Atomwaffen vom Gebiet der Bundesrepublik sollte erfolgen, die Atomare Teilhabe Deutschlands innerhalb der NATO soll beendet werden. Das Biberacher Friedensbündnis fordert die Bundesregierung daher auf, keine neuen Kampfflugzeuge für einen Atomwaffeneinsatz zu beschaffen.

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Was sagt das neue Friedensgutachten

Ludger Semmelmann und Dr. Alfons Siegel geben Einblicke

Freitag, 10. Juli ab 19:30 Uhr

Nicht wie zunächst angekündigt in der Stadthalle, sondern in der Gigelberghalle (Jahnstraße 1) in Biberach wird das neue Friedensgutachten vorgestellt. Das von den führenden deutschen Friedensforschungsinstituten veröffentlichte Jahres-Dokument der Fachleute beschäftigt sich diesmal mit Friedenspolitik „im Schatten der Pandemie“ – schwerpunktmäßig „in Zeiten des Klimawandels“. Zu der öffentlichen Veranstaltung laden Arbeitskreis Entwicklungspolitik (AKE) und Friedensbündnis Biberach ein. Der Eintritt ist frei. Da aber trotz des sehr geräumigen Veranstaltungslokals zur Wahrung aktuell notwendiger Sicherheitsabstände nur eine begrenzte Zahl an Personen teilnehmen kann, wird vorsorgliche Platzreservierung unter folgender Adresse empfohlen: info@friedensbuendnis-bc.de.

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Michail Gorbatschow: Die Welt muss jetzt zusammenkommen

Former Soviet leader Mikhail Gorbachev in Berlin, Nov. 8, 2014.

In der Zeitschrift Time, einem wöchentlich erscheinendem amerikanischen Nachrichtenmagazin, stand am 15. April der folgende Beitrag von Mikhail Gorbachev (Google-Übersetzung):

Wenn die Pandemie vorbei ist, muss die Welt zusammenkommen

In den ersten Monaten dieses Jahres haben wir erneut gesehen, wie fragil unsere globale Welt ist und wie groß die Gefahr ist, ins Chaos zu geraten. Die COVID-19-Pandemie ist allen Ländern mit einer gemeinsamen Bedrohung ausgesetzt, und kein Land kann sie allein bewältigen.Die unmittelbare Herausforderung besteht heute darin, diesen neuen, bösartigen Feind zu besiegen. Aber auch heute müssen wir über das Leben nachdenken, nachdem es sich zurückgezogen hat.Viele sagen jetzt, dass die Welt niemals dieselbe sein wird. Aber wie wird es sein? Das hängt davon ab, welche Lektionen gelernt werden.

Ich erinnere mich, wie wir Mitte der 1980er Jahre die nukleare Bedrohung angegangen sind. Der Durchbruch kam, als wir verstanden, dass es unser gemeinsamer Feind ist, eine Bedrohung für uns alle. Die Führer der Sowjetunion und der USA erklärten, dass ein Atomkrieg nicht gewonnen werden kann und niemals geführt werden darf. Dann kamen Reykjavik und die ersten Verträge zur Beseitigung von Atomwaffen. Aber obwohl inzwischen 85% dieser Arsenale zerstört wurden, besteht die Bedrohung immer noch.

Weitere globale Herausforderungen bleiben bestehen und sind noch dringlicher geworden: Armut und Ungleichheit, Verschlechterung der Umwelt, Erschöpfung der Erde und der Ozeane, Migrationskrise. Und jetzt eine grimmige Erinnerung an eine andere Bedrohung: Krankheiten und Epidemien, die sich in einer globalen, vernetzten Welt mit beispielloser Geschwindigkeit ausbreiten können. Die Antwort auf diese neue Herausforderung kann nicht rein national sein. Während es jetzt die nationalen Regierungen sind, die die Hauptlast tragen, schwierige Entscheidungen zu treffen, müssen Entscheidungen von der gesamten Weltgemeinschaft getroffen werden.

Wir haben es bisher versäumt, Strategien und Ziele zu entwickeln und umzusetzen, die allen Menschen gemeinsam sind. Die Fortschritte bei der Erreichung der Millenniums-Entwicklungsziele, die von den Vereinten Nationen (UN) im Jahr 2000 verabschiedet wurden, waren äußerst uneinheitlich. Wir sehen heute, dass die Pandemie und ihre Folgen die Armen besonders hart treffen und das Problem der Ungleichheit verschärfen. Was wir jetzt dringend brauchen, ist ein Umdenken des gesamten Sicherheitskonzepts. Auch nach dem Ende des Kalten Krieges wurde es meist militärisch ins Auge gefasst. In den letzten Jahren haben wir nur über Waffen, Raketen und Luftangriffe gesprochen. In diesem Jahr stand die Welt bereits vor Zusammenstößen, an denen Großmächte mit ernsthaften Feindseligkeiten im Iran, im Irak und in Syrien beteiligt sein könnten. Und obwohl die Teilnehmer schließlich zurücktraten, war es dieselbe gefährliche und rücksichtslose Politik am Rande des Abgrunds.

Ist jetzt nicht klar, dass Kriege und das Wettrüsten die heutigen globalen Probleme nicht lösen können? Krieg ist ein Zeichen der Niederlage, ein Versagen der Politik. Das übergeordnete Ziel muss die menschliche Sicherheit sein: Bereitstellung von Nahrungsmitteln, Wasser und einer sauberen Umwelt sowie Pflege der Gesundheit der Menschen. Um dies zu erreichen, müssen wir Strategien entwickeln, Vorbereitungen treffen, Reserven planen und schaffen. Aber alle Bemühungen werden scheitern, wenn die Regierungen weiterhin Geld verschwenden, indem sie das Wettrüsten befeuern. Ich werde nie müde zu wiederholen: Wir müssen die Weltpolitik, die internationale Politik und das politische Denken entmilitarisieren. Um dies auf höchster internationaler Ebene anzugehen, fordere ich die Staats- und Regierungschefs der Welt auf, eine Sondersitzung der Generalversammlung der Vereinten Nationen einzuberufen, die stattfinden soll, sobald sich die Situation stabilisiert hat. Es sollte um nichts weniger als die Überarbeitung der gesamten globalen Agenda gehen. Insbesondere fordere ich sie auf, die Militärausgaben um 10% bis 15% zu senken. Dies ist das Mindeste, was sie jetzt tun sollten, als erster Schritt in Richtung eines neuen Bewusstseins, einer neuen Zivilisation.

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Gerade in der Krise Arbeit am Frieden!

Sollen wir jetzt klein beigeben und ignorieren, dass unter dem Schatten der Coronakrise Annegret Kramp-Karrenbauer die Atomare Teilhabe Deutschlands richtig deutlich demonstriert.

Sie will ja als Ersatz für in die Jahre gekommene Tornado-Kampfflugzeuge 93 Eurofighter und 45 amerikanische F-18-Jets kaufen. Von den 45 F-18-Jets sind 30 für das Austragen von Atombomben bestimmt. Deutsche Gelder unterstützen also erneut die Abschreckung mit Atomwaffen, die wir von der Friedensbewegung und dieses Jahr an Karfreitag auch vom Biberacher Friedensbündnis ächten wollten.

Regina Hagen, Sprecherin der Kampagne „Büchel ist überall“ sagt auf der Website atomwaffenfrei.jetzt: „Es ist ein Skandal, dass AKK gerade jetzt in Zeiten des eingeschränkten Versammlungsrechts und ohne jegliche parlamentarische Debatte die Entscheidung über dieses höchstumstrittene und milliardenschwere Rüstungsprojekt durchsetzen will. Das Handeln der Ministerin ist eine grobe Verletzung unserer demokratischen Gepflogenheiten und missachtet den Wunsch der großen Mehrheit der Menschen in Deutschland.“

Die Anschaffung eines neuen atomwaffenfähigen Flugzeuges würde Deutschlands Beitrag im Rahmen der Nuklearen Teilhabe auf Jahrzehnte fortschreiben.

Und die deutsche Rüstungsindustrie darf offensichtlich durch die Coronakrise keinen Schaden nehmen. Im ersten Quartal 2020 hat sie Rüstungsexporte in Höhe von 1,16 Milliarden EUR getätigt.

Auch Oberschwaben sollte einen Aufschrei machen. Büchel ist überall. Auf der Website atomwaffenfrei.jetzt kann man seine Unterschrift geben.

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Bundesstraße 31

vorgetragen von den Biberacher Musizierenden Ana Bienek und Natalie Gottstein

Bundesstraße 31 Text: Eva Riedl Musik: John Gillard

Refrain
Es schallt durch die Zeit: „Die Waffen nieder!“
Sonst kehren die Schrecken immer wieder und wieder.
Fangt jetzt damit an, ernst zu machen.
Schafft endlich Frieden – ohne Waffen!

Am Bodensee beginnt der Krieg!
Er beginnt in jedem Rüstungsbetrieb.
Man sieht uns hier in rosigem Licht.
Die dunkle Seite sieht man nicht.
Und doch genau hier findet ihr sie,
die Werkbänke der Kriegsindustrie.
Ihr Menschen in der Seeregion,
ruft laut: „Wir haben genug davon!“

Auf der B 31, von Ort zu Ort,
begleitet uns der Rüstungstransport.
Wir leben hier unverschämt gut,
woanders ziehen wir Spuren von Blut.
Rund um den See das gleiche Bild:
Die Auftragsbücher sind gefüllt.
Waffenverkauf bringt uns viel Geld
und Flüchtlinge zieh‘n durch die Welt!

Am Bodensee, ja da ist es schön!
Touristen sind hier gerne geseh’n.
Nach Pfahlbauten und Affenberg
zeigt ihnen auch ein Waffenwerk.
Was nach Primat und Steinzeitmann
der Mensch von heut so alles kann!
Keule und Stein sind „smart“ geworden
und Anzugträger befehlen das Morden.

Ihr Produzenten sagt es laut:
„Bei uns wird Kriegsgerät gebaut.“
Bringt ihr nicht Frieden in die Welt,
wissend wer zu den „Guten“ zählt?
Aber wie wird kontrolliert,
wohin sich Kampfgerät verirrt?
Und was ist Kreativität,
die sich ums beste Töten dreht?

Man erklärt, um uns zu schützen,
sollten wir genug Waffen besitzen.
Und – angeblich hat’s keiner gewollt –
hat doch der Krieg uns überrollt.
Verletzte, Tote, Gewalt wie immer,
Heim und Herd zerbirst in Trümmer.
Verstümmelt wird Wissen, Kunst, Kultur
und es leidet jede Kreatur!

Erfüllt den großen Traum vom Frieden:
„Lasst Pflugscharen aus Schwertern schmieden!“
Denn eine Weisheit ist uralt:
„Gewalt zeugt immer nur Gewalt!“
Noch leben wir hier brav und bieder,
doch wie wäre es, sie kämen wieder:
Unsere Panzer, Gewehre und Drohnen,
um uns erneut nicht zu verschonen?

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Ungehaltene Rede an Karfreitag

von Berthold Seeger

Die Mahnwache 2020 fällt aus, nicht wegen eines Krieges, aber wegen einem Feind, der gerade die gesamte Menschheit lähmt, ein Global Player, nicht weniger furchteinflößend als waffenstarrende kriegerische Auseinandersetzungen.
Was hat das für uns Menschen, wo auch immer wir auf diesem Globus leben, zu bedeuten? Welche Zusammenhänge beinhaltet diese Katastrophe (das eher bedächtige Wort Krise passt hier nicht) zu den Bereichen Gerechtigkeit, Frieden, Bewahrung der Schöpfung? Karfreitag ist ein Tag der Trauer und des Nachdenkens. Es drängt sich auf; an diesem Tag eine dringende Botschaft aufzunehmen: Dem Virus eine Stimme geben. Eine anonym bleibende Person wendet sich an die Menschen. Sie stellt die Zusammenhänge zwischen dem Virus und dem großen Themenfeld der Friedensbewegung in brutalster möglicher Weise her.
Zu hören bei YouTube bei https://youtu.be/FHU7iHvHUGg

Haben wir diese Botschaft gehört? Dann erkennen wir neue Zusammenhänge des menschlichen Zusammenlebens, der Gerechtigkeit, des Friedens, der Schöpfung. Systemisches Denken und Handeln sind gefragt, wenn wir Wirkung erzielen wollen, angefangen beim menschlichen Zusammenleben, der (hoffentlich angestrebten) wirklich sozialen globalen Marktwirtschaft bis zu der hoch gefährdeten Schöpfung und der ebenfalls alles bedrohenden nuklearen Hochrüstung, die wieder „salonfähig“ gemacht wurde, durch Trump, Putin, Xi usw. Die Kriegswirtschaft wird es freuen, nicht nur wegen der Arbeitsplätze dort. Ich erinnere an eine hoffnungsstiftende Geste von Papst Franziskus anlässlich seines Besuches in Nagasaki im August 2019. Er betete dort und forderte laut (erstmals durch einen Religionsführer überhaupt) nicht nur einen Stopp aller nuklearen Waffenherstellung, sondern deren vollständige Beseitigung. Das ist eine Forderung, die über das hinausgeht, was bisher international aus „moralischen Gründen“ akzeptiert wurde, nämlich das Gleichgewicht des Schreckens. Franziskus fordert die Ächtung und Abschaffung aller Atomwaffen, weil sie das gefährden, was sie angeblich schützen sollen, nämlich den Frieden.
Alle Friedensbewegten können es nicht dabei bewenden lassen, berechtigte Forderungen an die Politik zu richten. Forderungen sind genauso wichtig und not-wendig wie tatkräftiges Handeln im Alltag. Dazu gehört auch der Kontakt mit unseren gewählten Abgeordneten in Europa, in Berlin, Stuttgart, dem Landkreis und der Heimatstadt. Engagement für den Frieden braucht langen Atem, wer hat diese Erfahrung nicht selbst schon gemacht? Aber jede/r kennt auch „Erfolgserlebnisse“, die aus Friedensarbeit kommen. Sie geben immer neue Motivation in diesem Engagement. Ein Wort von Martin Luther bestätigt den Grund zur Hoffnung: „Und wenn morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch einen Apfelbaum pflanzen.“
Ein Wort zu Europa. Wenn die deutsch-französische Freundschaft der Motor für ein zusammenwachsendes Europas sein soll, dann stottert dieser Motor seit geraumer Zeit, ebenso stottert die EU in fast allen Belangen, die das Friedensprojekt Europa voranbringen sollen. Wer, wenn nicht Pax Christi Mitglieder und alle Friedensbewegten, müssen das in ihrer Macht Stehende tun, um unsere Bundeskanzlerin daran zu erinnern, was sie bei offiziellen Anlässen so gerne verspricht, nämlich die Weiterentwicklung der deutsch-französischen Beziehungen. Beispiel: die feierliche Unterzeichnung des Vertrags von Aachen im März 2019 als Weiterentwicklung des Pariser Vertrags von Adenauer und de Gaulle vor mehr als 50 Jahren. Im deutsch-französischen Zug erscheint Frau Merkel als Bremserin, Macron als jemand, der den TGV endlich in Fahrt bringen will. Und in der aktuellen Bekämpfung der Folgen des Corona Virus in Italien stehen neben Deutschland zwei weitere Länder auf der Bremse, wenn es um solidarische Hilfe für das besonders betroffene Land und seinen Menschen geht. Verweigerte Solidarität gräbt sich in das kollektive Gedächtnis Betroffener ein. Gelebte Solidarität aber ebenso, mit positiver Langzeitwirkung.
Eine letzte Bemerkung im Sinne der umfassenden Sichtweise des Friedens. Auch die hoch gefährdete und bereits sehr verletzte Schöpfung hat ein langes Gedächtnis. Wer daran zweifelt, möge z.B. an den Klimawandel mit all seinen verheerenden Wirkungen denken. Wir ernten, was wir gesät haben.
Welche Welt hinterlassen wir unseren Kindern und Enkeln?
Zusammenfassend:
„Es geht um Taten, um aktives Handeln,
nicht resignieren,
anpacken,
nicht die Hände sinken lassen,
kreativ werden,
nicht hinterhertrotten,
vorangehen,
auf die Zeichen der Zeit achten und sie verstehen“ (Charis Doepgen)
denen zum Trotz, die auf Gesetzen beharren,
die Leben behindern und den Status quo gegen die Menschlichkeit verteidigen.

Der Karfreitag lädt uns dazu ein, an den zu erinnern, an dessen gewaltsamen Tod wir heute denken.
Er fordert zur Wachsamkeit auf: „Ihr seid das Salz der Erde“ Mt 5,13 (aus seiner berühmten Bergpredigt).
„Das ist keine kleine Verantwortung, die uns da auferlegt wurde.
Wir dürfen einerseits die Suppe nicht versalzen,
aber einen faden Brei dürfen wir auch nicht servieren,
wenn die Menschen dieser Welt auf den Geschmack Gottes kommen sollen.
– Habe ich mich heute schon eingemischt?“ (Quelle: Te Deum März 2019)
Das Virus verlangt Veränderung.

Berthold Seeger
Biberach an der Riß
Pax Christi Mitglied seit 1963

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Abgesagt? Karfreitag – Gebot zur Gewaltfreiheit

von Roland Groner

Auch wenn wir uns nicht zur KarfreitagsMahnwache auf dem Biberacher Marktplatz versammeln, bleiben wir dran: Was der Karfreitag in die Welt brachte, ist „Stecke dein Schwert in die Scheide!“, ein Jesuswort aus der Passionsgeschichte. Das Gebot zur Gewaltfreiheit verschwindet nicht. Das Bewusstsein zu schaffen, dass wir den Frieden fertigen können, bleibt unsere Aufgabe. Das Kreuz von Jesus Christus bestärkt uns.
Auch wenn wir aktuell uns möglichst zu Hause aufhalten, beschäftigen wir uns nicht einfach nur mit Privatem und sagen alle sozialen Kontakte ab. Denn wenn wir jetzt den Glauben an Gott nur verinnerlichen würden, für mich zu Hause oder in der Familie, dann hätten wir den Karfreitag nicht auf unserer Seite. Die Trennung in eine Welt der Politik, der Arbeit, der Wirtschaft, in der die Macht gilt, das Geld zählt und der Fortschritt – und in eine Welt, in der es nur um das Innerliche und Private geht, das ist nicht das, was mit Jesus in die Welt kam.
Am Kreuz wird der Friede gemacht, ist die Überzeugung derer, die das Geschehen von Karfreitag verstanden haben. Sie lassen sich hineinziehen in die Aufgabe, Frieden zu schaffen mitten in einer Welt des Hasses und der Kriege. „Krieg soll nach Gottes Willen nicht sein“, war nach dem Zusammenbruch im Zweiten Weltkrieg der entscheidende Satz der Gründungsversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen 1948.
In Deutschland formulierte 1959 zur Zeit des Kalten Krieges und intensiver atomarer Aufrüstung eine Kommission die „Heidelberger Thesen“. Diese forderten dazu auf, „die Zeit der Abschreckung zu nutzen, um die Logik und den Geist der Kriegsführung zu überwinden“. Es ging um die ethische Bewertung von Massenvernichtungswaffen, vorab der Atomwaffen. Wenn deren Einsatz rechtlich und ethisch nicht akzeptabel ist – können sie dann trotzdem zu Zwecken der Kriegsverhütung durch Abschreckung dienen? Die damals und bis heute umstrittene Antwort auf diese Frage lautete: Für eine Übergangszeit kann die atomare Abschreckung als eine „heute noch mögliche christliche Handlungsweise“ anerkannt werden, es kommt aber vor allem auf eine langfristige Ächtung und Abschaffung der Atomwaffen und eine Überwindung der Institution des Krieges an.
1975 forderte die Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen in Nairobi: „Die Kirche sollte ihre Bereitschaft betonen, ohne den Schutz von Waffen zu leben und bedeutsame Initiativen ergreifen, um auf eine wirksame Abrüstung zu drängen.“
Eine heftige Auseinandersetzung zu den Atomwaffen wurde durch den Doppelbeschluss der NATO vom Dezember 1979 ausgelöst. Es formierte sich in den 1980er Jahren eine kirchliche und nichtkirchliche Friedensbewegung, die gegen diesen Doppelbeschluss „Raketenaufstellung und Rüstungskontrolle“ eintrat.
In Vancouver verschärfte dann 1983 der Ökumenische Rat seinen Aufruf: „Wir glauben, dass für die Kirchen die Zeit gekommen ist, klar und eindeutig zu erklären, dass sowohl die Herstellung und Stationierung als auch der Einsatz von Atomwaffen ein Verbrechen gegen die Menschheit darstellen und dass solches Vorgehen aus ethischer und theologischer Sicht verurteilt werden muss.“
Die Forderungen der Friedensbewegung trugen dazu bei, dass 1987 in Reykjavik von den USA und der Sowjetunion mit dem INF-Vertrag die Vernichtung und das Produktionsverbot ihrer atomar bestückbaren, landgestützten Flugkörper mit Reichweiten von 500 bis 5500 km beschlossen wurde. Dieser bedeutende Abrüstungsvertrag wurde von den USA vor zwei Jahren gekündigt. Das braucht jetzt unseren Aufschrei! Kein Abtauchen in den Stillstand!
Die Denkschrift der Evangelischen Kirche in Deutschland „Aus Gottes Frieden leben – für gerechten Frieden sorgen“ erklärte 2007, dass „die Tauglichkeit der Strategie der nuklearen Abschreckung … überhaupt fraglich geworden (ist) … die Drohung mit Nuklearwaffen (kann) heute nicht mehr als Mittel legitimer Selbstverteidigung betrachtet werden.“
Kirche des gerechten Friedens werden – was heißt das konkret für uns hier und heute? Wir verurteilen die Teilhabe genauso wie den Besitz von Atomwaffen und die Drohung mit ihrem Einsatz. Wir protestieren gegen die Vorstellung, Abschreckung mit Atomwaffen für möglich zu halten und setzen uns für die Ächtung von Massenvernichtungswaffen ein.
Frieden ist für uns nicht Harmonie im privaten Bereich. Frieden ist ein lebenslanger Kampf. Wie Jesus seine Angst besiegt hat, müssen wir unsere Angst besiegen und für den Frieden kämpfen.
Die aktuelle Lage in der Welt, auch jetzt in der Corona-Krise, führt uns vor Augen, dass die Probleme nur durch internationale Solidarität und Zusammenarbeit zu lösen sind.

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